Hermann und Margrit Rupf-Stiftung

Die Sammlung von Hermann und Margrit Rupf stellt ein ausserordentlich wichtiges Sammlungsgut dar: das Paar hat sich als erste Schweizer Privatsammler intensiv mit abstrakter Kunst auseinandergesetzt und unmittelbar, in der Zeit deren Entstehung, nach persönlichen Kriterien gesammelt.

1954 wurde die Sammlung – rund 250 Werke sowie zahlreiche Kunstbücher – dem Kunstmuseum Bern anvertraut und in eine Stiftung überführt. Heute umfasst das Sammlungsgut der Stiftung über 900 Werke (Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier).

Der Berner Kaufmann Hermann Rupf (1880 – 1962) gehörte zu den ersten Sammlern, die ab 1907 in Paris Werke von Picasso, Braque aber auch von den Fauves (Friesz und Derain) gekauft hatte. Eine zentrale Rolle in Rupfs Sammlertätigkeit kam dem Pariser Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler (1884-1979) zu, dem er zeitlebens freundschaftlich verbunden blieb. Durch Vermittlung Kahnweilers gelangten umfangreiche Werkgruppen von Fernand Léger, Juan Gris und später André Masson in Rupfs Sammlung. Freundschaftlich verbunden war das Ehepaar Rupf mit Paul und Lily Klee; ab 1913 gelangten regelmässig Werke Klee’s in die Sammlung Rupf.

Das Ehepaar Rupf engagierte sich auch in Bern für zahlreiche Künstler, Wissenschafter und Musiker. Hermann Rupf, Mitinhaber der Mercerie Hossmann & Rupf, nahm durch seine Tätigkeit als Kunstkritiker eine wichtige Rolle in der Verbreitung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst ein. Seine Texte und Kritiken waren als Plädoyer für die zeitgenössischen Kunstrichtungen zu verstehen und richteten sich gegen eine konservative Kunstpolitik.

Mit der Gründung der Rupf-Stiftung 1954 wurde die Erhaltung, Ergänzung und Erweiterung der Sammlung sichergestellt. Im Sinne des Sammlerpaares wurde bisher mehrheitlich in zeitgenössische Kunst investiert; in den letzten Jahren fanden Werkgruppen von Schweizer Kunstschaffenden wie Bernhard Luginbühl, Meret Oppenheim, Markus Raetz, Dieter Roth und Otto Tschumi sowie einigen Vertretern der konkreten Kunst wie Richard Paul Lohse oder Max Bill Eingang in den Sammlungsbestand. Gleichzeitig erweitern internationale Positionen wie James Lee Byars, Donald Judd, Joseph Beuys oder James Turrell die Sammlung Rupf.

Geschäftsführerin / Kuratorin: Susanne Friedli

Kontakt
Hermann und Margrit Rupf-Stiftung
Kunstmuseum Bern Hodlerstrasse 8-12
3011 Bern
T +41 31 328 09 44

Mehr Informationen www.rupf-stiftung.ch